Kunstaktionen


8. Zyklus

Metal, Mental, Melted, Metal
Verzinkte Rohre, lackiert, teilweise bezogen
2011

Daliah Appelbaum

Die Arbeiten des koreanischen Künstlers Tae-kyun Kim (*1975) haben ihren Ausgangspunkt in der alltäglichen Realität. So auch das speziell für die Klett-Passage geschaffene, in Gold gehaltene Objekt. Es erinnert an eine Krone oder ein Schmuckstück, das die Passanten – wie einen Edelstein in einer Miene – im unterirdischen Raum der Passage entdecken können. Erst bei genauem Hinsehen oder dank eines möglichen Vorwissens wird dem Betrachter bewusst, dass die Form des Objekts dem (gebogenen) Grundriss der Klettpassage folgt. Der Künstler wird hier also zum Interpreten des Alltags, der Verborgenes aufspürt, um es in verwandelter Form wahrnehmbar zu machen.

Kastanie
Styropor, Fiberglas, Acrystal, Autolack
2011

Ulrike Buck

Stachelige Schalen, handschmeichlerische Formen und eine Zeit, in der man aus der braunen Frucht mit Streichhölzern kleine Männchen bastelte: Damit verbindet man die Kastanie. Im Herbst 2010 hat sich im Schlossgarten eine weitere, düsterere, Bedeutung ins kollektive Gedächtnis eingegraben. In seiner reduzierten Hochglanzlackierung wirkt das große, pralle Objekt von Ulrike Buck (*1983) so begehrenswert wie unnahbar. Schön und bedrohlich zugleich wird es zum Monument der Ambivalenz unserer eigenen Assoziationen.

[Aend siz iz hu ai em]
Video auf DVD, 1:21 Min.
2008

Linda Eberle

„I am Linda Eberle“: Verschiedene Frauen präsentieren sich in kurzen Sequenzen mit diesen Worten. Offenbar heißen sie alle genauso wie die Künstlerin, doch die Unterschiedlichkeit in Herkunft, Alter, Aussprache, Habitus, Kleidung usw. ist verblüffend. Das sichere Gefühl, der eigene Namen sei ein besonders persönliches Attribut, gerät in Linda Eberles (*1982) Video ins Wanken und es stellt sich die Frage: Wie generiert sich eigentlich Individualität? Oder anders ausgedrückt: Was macht die eigene Identität in Wirklichkeit aus?

FÜNF
Stop-Motion-Video auf DVD, 5:31 Min., Darsteller: Andrea Éva Györi und Alexander Oehme
2010

Andrea Éva Györi & Moritz Reichartz

Zwei sonderbare Charaktere, deren Wege sich kreuzen, verbringen wiederholt die Nacht miteinander. In dem skurrilen Kurzfilm von Andrea Éva Györi (*1984) und Moritz Reichartz (*1982) ist der Plot in rätselhafte Bilder gehüllt: Während der Mann sich auf dem Rücken durch ein verlassenes Stadtquartier schiebt, geht die Frau eine ungewöhnliche Verbindung mit einem schwarzen Goldfisch ein. Abends liegt das Paar wortlos im Bett, so, als würde es kaum voneinander wissen. Ein Film über Absurdität und Fremdheit in der Beziehung zwischen Mann und Frau.

Sesam öffne Dich
Video auf DVD, 4:43 Min.
2011

Oana Paula Vainer

Versatzstücke von Erinnerung sind bei Oana Paula Vainer (*1980) oft „Rohmaterialien“ der künstlerischen Arbeit. So auch in dem Video für die Klett-Passage. Text und Bild beginnen in den Augen des Betrachters zu interagieren und es stellen sich Fragen wie: Was haben ein Motorrad und ein Handy eigentlich gemeinsam? Wo hört die „echte“ Erinnerung auf? Und wo beginnt die Fiktion? Konkrete Antworten bleiben aus und die Arbeit erweist sich mehr und mehr als vielschichtige Metapher auf das Erinnern und Vergessen.