Kunstaktionen


4. Zyklus

Goldener Käfig
Video, 9 Min.
2008

Daniel Beerstecher

Daniel Beerstecher (*1979) beschäftigt sich in vielen seiner Arbeiten mit Fragen nach dem Verhältnis von Gesellschaft und Natur. In der ausgestellten Video-Performance, bei der der Künstler mitten in der Landschaft einen Käfig von innen heraus selbst vergoldet, hält er dem Betrachter – wie sich selbst – einen Spiegel vor: Bauen wir doch lieber an unserem Wohlstandsgefängnis, als unserer Sehnsucht nach Freiheit und Aufbruch zu folgen. Dabei erscheint ein Neubeginn in Anbetracht der drohenden Umweltkatastrophen heute notwendiger denn je.

Raute
Metallpaneele, Aktion, Video, 7 Min. (Loop)
2009

Bretz/Holliger

Bernhard Bretz (*1980) und Matthias Holliger (*1974) haben ein Element der Wandverkleidung des U-Bahn- Abgangs herausgenommen und auf eine Reise zum Feldberg und nach Freiburg geschickt. Anstatt es danach wieder am alten Ort anzubringen, wurde es mit einer Video-Dokumentation der Transportaktion inder Vitrine ausgestellt – ein paradoxes Konstrukt: Das sprichwörtlich autonom gewordene Element lässt sich sowohl als „transportable Skulptur“ oder „abstrakte Malerei“ lesen, reklamiert dank der Umgebung aber weiterhin seine „profane“ Funktion als Wandverkleidung.

Der kleine Künstler (Kurzerzählungen)
Video, 17 Min.
2009

Byung-Chul Kim

Für die Arbeit mit dem ironischen Titel „Der kleine Künstler“ hat der koreanische Aktionskünstler Byung-Chul Kim (*1974) über zwei Jahre hinweg Ideen gesammelt und sie anschließend in kurzer Zeit realisiert. Die vier Videos künstlerischer Interventionen leben von ihrer subtilen Provokation und ihrem feinen Humor. Erst bei genauerem Hinsehen werden hinter der spielerisch-frechen Fassade die existenziellen Fragestellungen zum Verhältnis von Mensch und Natur oder Kunst und Gesellschaft wahrnehmbar, die der Künstler mit großer Leichtigkeit zu thematisieren versteht.

Stationen
Computeranimation, 4:30 Min. (Loop)
2009

Stefan Heller

n seiner Animation „Stationen“ hat Stefan Heller (*1985) bewegte Collagen aus Elementen von Computergrafiken, Zeichnungen oder Aquarellen geschaffen, die – formal wie inhaltlich – Assoziationen an die Klett-Passage und den Stadtraum Stuttgart zulassen. Vom Alltag inspiriert, wurden die Bilder im künstlerischen Prozess assoziativ zusammengefügt und modifiziert. Dem Betrachter öffnet sich eine surreale Welt, die ihn auffordert, seine ganz eigene Geschichte aus den Bildern herauszulesen.

Stillstand
Stahlblech, Holz
2009

Kathrin Schulz

Oft dienen Kathrin Schulz (*1982) persönliche Erlebnisse als Motivation ihrer künstlerischen Arbeit – Geschichten, denen sie das Narrative nimmt und die sie so „verallgemeinert“. Im Fall des Objekts aus Stahlblechschuppen werden allerlei Assoziationen evoziert: Ist es ein Fisch? Ein archaisches Boot auf dem Trockendock? Oder gar die abgeworfene Haut eines Reptils? Die Frage bleibt ungeklärt. Der Betrachter gerät in einen Prozess emotionaler Annäherung, bei der der Schuppenpanzer mehr und mehr mit Bildern aus seiner eigenen Geschichte oder Phantasie verschmilzt.

Funny
Polyester, Farbe, Kunststoffhaare, Motor
2009

Yasmin Senkal

Clowns sind lustig – so jedenfalls das Klischee. Bei genauerem Hinsehen bekommt man aber Zweifel: Das Grün des Teints und die Zahnstümpfe im Mund wirken nicht fröhlich. Yasmin Senkal (*1986) verweist in ihrer Arbeit auf die Ambivalenz von Innen und Außen, von Emotion und Ausdruck, von Individualität und unsterblicher Figur. Und sie regt dazu an, mit allzu schnellen Festlegungen vorsichtig zu sein.