Kunstaktionen


2. Zyklus

o.T.
Solventdruck auf Vinylfolie
2008

Angelo Cardinale

Wie viele Arbeiten des Bildhauers und Fotografen Angelo Cardinale (*1983) ist die Installation „o.T.“ ortsbezogen. Sie greift die Mosaikstruktur der Umgebung auf und macht sich dadurch als Kunstobjekt „unsichtbar“. Erst bei genauem Hinsehen wird deutlich, dass es sich bei der Hülle um eine Fotografie handelt. Das Medium selbst tritt in den Vordergrund, „reibt“ sich an der realen Umgebung und öffnet einen zuvor nicht dagewesenen Wahrnehmungsraum.

Zwischen Angst und Einsamkeit
Videoloop, 12 Min.
2008

Berna Gülerbasli

Die Fotografin, Video- und Performancekünstlerin Berna Gülerbasli (*1978) untersucht in ihrem Video stereotype Verhaltensweisen von sich unbekannten Menschen in öffentlichen Situationen. Aufgeteilt in die Zonen Augen, Mund und Hände stellte sie Mimik und Gestik performativ vor der Kamera nach. Die Sequenzen wiederholen sich als Loop und werden so zur Metapher eines nie endenden Prozesses von Kommunikationsversuchen, deren Ausgang unsicher bleibt.

Ständer mit Blumenmuster-Kleidern
Ständer, Secondhand-Kleider
2008

Wonho Lee

In der Installation des koreanischen Künstlers Wonho Lee (*1972) sind mit Blumen gemusterte Kleidungsstücke so über einen Ständer gehängt, dass die Form eines Baumes entsteht. Jedes Stück weckt unterschiedliche persönliche oder kulturelle Bilder. Der größte Teil der Kleidungsstücke ist jedoch verborgen, hat auf seine Wahrnehmungsmöglichkeit zugunsten des Erhalts der Gesamtform verzichtet. Vielleicht ein Verweis auf unsere Gesellschaftsstruktur, von der ebenfalls immer nur eine dünne Oberfläche wahrnehmbar ist, während der Großteil sie unsichtbar trägt?

Auf dem Kopf
Videoloop, 12 Min.
2008

Vera Mayer

In dem Loop „Auf dem Kopf“ der Video- und Performancekünstlerin Vera Mayer (*1980) ist – dank der ins Bild hängenden Beine, die sich ständig vor- und zurückbewegen – oben und unten nicht klar zu definieren. Ähnliches gilt auch für den Betrachterstandpunkt, befindet er sich doch in einem sehr komplexen System von Verkehrsebenen. Eine formale Verschränkung, die vielleicht als Verweis auf das ewige Vor- und Zurück ohne Fortkommen im Alltag gedeutet werden darf, für das die Klett-Passage ja geradezu exemplarisch steht.

Schüttung
Eisendraht geschweißt
2008

Manuela Tirler

Wie dichtes Reisiggestrüpp schwebt die Installation der Bildhauerin Manuela Tirler (*1977) über den Passanten. Doch der erste Eindruck trügt: Statt hölzerner Zweige verbinden sich Hunderte zusammengeschweißter Drahtverzweigungen aus Eisen zu dieser dynamischen, „Raumzeichnung“, die nicht nur einen starken Kontrast zur kubischen Form der Vitrine bildet, sondern auch zur umgebenden Architektur der Klett-Passage.